Raumordnungskozept (ROK) 2005

Im April 2003 gab der Nidwaldner Regierungsrat der Baudirektion den Auftrag, ein Raumordnungskonzept (ROK) für den Flugplatz Buochs zu erarbeiten. Dieses ging im Spätherbst 2003 mit verschiedenen Varianten in die Vernehmlassung. Insgesamt gingen beim Amt für Raumplanung bis 15. Februar 2004 fristgerecht 23 Reaktionen ein, darunter auch die Stellungnahme des Schutzverbandes der Bevölkerung um den Flugplatz Buochs (SBFB).

Wie nicht anders zu erwarten war, gab es aufgrund der vielschichtigen Interessenlagen rund um den Flugplatz sehr unterschiedliche und teilweise kontroverse Meinungen und Ansichten. Die ursprüngliche Planung sah eine Überarbeitung des ROK bis 15. März und in der Folge die Genehmigung durch den Regierungsrat bis 31. März 2004 vor, so dass die Öffentlichkeit Mitte April hätte darüber informiert werden sollen. Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Die Regierung bat die verschiedenen Interessengruppen jetzt an den Verhandlungstisch, gleichsam «Mediation à la Nidwalden». Der Regierungsrat entschied am 16. März 2004, eine Kommission „Koordination Flugplatz Buochs“ einzusetzen, die aus dem Kreis der Vernehmlasser besteht.
Der Kommission gehören drei Regierungsräte mit je einem Vertreter des Amtes für Umwelt, des Amtes für Volkswirtschaft und des Amtes für Raumplanung an, ferner je ein Vertreter der Gemeinderäte Buochs, Ennetbürgen und Stans, ebenso je ein Vertreter der Genossenkorporationen der drei Gemeinden als damalige Landabtreter an den Bund mit vertraglich zugesichertem Vorkaufs-/Heimfallsrecht, je ein Vertreter der Bundesämter BAZL, BUWAL und VBS (BLW), je ein Vertreter der Airport-Buochs AG, des SBFB, des Vereins „Ja zur zivilen Mitbenutzung“ und der Segelfluggruppe.

Im Hinblick auf die Sachpläne des Bundes – den Sachplan Infrastruktur der Luftfahrt (SIL) und den Sachplan Militär (SPM) – und die Anpassung des kantonalen Richtplanes ging es darum, die verschiedenen Anliegen, Erwartungen und Anregungen zu diskutieren und den grössten gemeinsamen Nenner zu finden. Die 19-köpfige Kommission sollte zuhanden des Regierungsrates bis Ende Juni 2004 ein bereinigtes ROK zur abschliessenden Genehmigung ausarbeiten. Ein sehr ehrgeiziges Ziel. Und nicht zuletzt „ein schwieriges Unterfangen“, wie Regierungsrat und Baudirektor Beat Tschümperlin, Vorsitzender der Kommission, in der „Neuen Nidwaldner Zeitung“ vom 29. März meinte.

Brisanteste Punkte waren unter anderem: 1. Die mögliche Verkleinerung des Flugplatzperimeters infolge des geänderten Nutzungsverhaltens der Luftwaffe ab 1.1.2004 und der Armeereform XXI. 2. Das Ausbalancieren verschiedener Ansprüche und schliesslich die Zuteilung allfällig gewonnener Freiräume. 3. Anpassung der Bauzonen an die neue Situation. 4. Rekultivierung – inklusive Altlastensanierung – einer der beiden Pisten oder mindestens teilweiser Rückbau im Hinblick auf das damals von der Nidwaldner Regierung anvisierte Schwerverkehrszentrum mit 440 LKW-Abstellplätzen und einem Kontrollzentrum auf dem Flugplatzgelände sowie die terrestrische (nichtaviatische Nutzung) des Flugplatzes.

Die Erwartung des SBFB ging damals dahin, dass das überarbeitete Konzept einem ganz zentralen Element des kantonalen Leitbildes gebührend Rechnung trägt: Nidwalden – der Schlüssel zum Zuhause. Der SBFB engagiert sich dafür. Prioritär verlangt der SBFB unter anderem die Verankerung „Kein Regionalflugplatz Zentralschweiz“ und einen jährlichen Plafond von 12’000 Flugbewegungen (8’000 zivile und 4’000 militärsiche Flugbewegungen) bereits auf Stufe ROK. Ferner der haushälterische Umgang mit dem begrenzten Gut Boden.

Unter Vernehmlassung über das Raumordnungskonzept (ROK) 2003 Flugplatz Buochs finden Sie den vollständigen Wortlaut der SBFB-Position im bisherigen Vernehmlassungsverfahren.

Am 19. April 2005 genehmigte die Nidwaldner Regierung das Raumordnungskonzept (ROK) des Militärflugplatzes Buochs (siehe Medienmitteilung vom 29. April 2005). Sehr zum Missfallen des Schutzverbandes der Bevölkerung um den Flugplatz Buochs SBFB, weil es die Regierung unterlassen hat, das ROK in den entscheidenden Bereichen, die die Wohnqualität Nidwaldens massiv tangieren, zu korrigieren und anzupassen.

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